Coming Out Day 2016

Am 11. Oktober wird international der Coming Out Day begangen. Solange Lesben, Schwule, bisexuelle Menschen, Transmenschen und queer lebende Menschen (LGBTQ) noch nicht selbstverständlicher Bestandteil unserer Gesellschaft sind, ist jedes Reden über unsere Liebe oder über unser Geschlecht ein Coming-Out. Und solange wir für dieses Coming-Out noch mehr oder weniger Mut brauchen, ist es gut, das Coming-Out und diesen Mut zu feiern. Bereits zum vierten Mal begehen die HAZ gemeinsam mit Pink Apple und Xenix den Coming Out Day. Am Sonntag, dem 16. Oktober 2016, zeigen wir eine Spielfilm-Vorpremiere, eine Schweizer Erstaufführung und Kurzfilme. Ein sehenswertes Programm - auch für Zuschauer*innen, die selbst nicht lesbisch, trans, bi, queer oder schwul sind.

Sonntag, 16. Oktober 2016

FtWTF, Female to What the Fuck, Pink Apple Coming Out Day

FtWTF – Female to What The Fuck
17 Uhr, Ticket-Reservation

Cordula Thym, Katharina Lampert, Österreich 2016, 92’, D/e

Vor der Transition ist nach der Transition – FtWTF beginnt dort, wo andere Trans*-Dokumentarfilme oft enden.
FtWTF kreist um die Suche nach einer lebbaren Männlichkeit, die man mit der eigenen Trans*Geschichte vereinbaren kann. Die Filmemacherinnen porträtieren sechs Personen, die ihr Trans-Sein in unterschiedlicher und sich verändernder Weise leben. Dabei kommen Themen wie die Überwindung von Trauer, das Beenden von Lebensabschnitten und das immer wieder Neu-Anfangen genauso zur Sprache.
Die Filmemacherinnen führen die Gespräche interessiert und ernsthaft, legen es jedoch nicht darauf an, betroffen zu machen. Dies gibt den Protagonistinnen und Protagonisten Raum, um sich auf entwaffnende Weise offen und humorvoll mit den Voraussetzungen, den Konsequenzen und den manchmal auch skurrilen Umständen ihrer Entscheidungen auseinanderzusetzen.

Carina, Pink Apple Coming Out Day

Carina (Vorfilm zu «Pansy!»)
19 Uhr, Ticket-Reservation

Sandra Concepción Reynoso Estrada, Mexiko 2014, 11’, Span/e (HD File, Farbe)
Mit Daniela Jiménez Camacho, Laura L. Navarro, Andrea Jiménez Camacho u.a.

Gewinnerfilm des Pink Apple Short Film Award 2016
Carina ist acht – ihr Herz schlägt für den Rock 'n' Roll. Als sie in ihrer neuen Lehrerin eine Frau aus dem Erotikmagazin ihres Vaters wiederzuerkennen glaubt, nimmt ihr Leben eine neue Wende.

Pansy! Les pensées de Paul, Pink Apple Coming Out Day

Pansy! (Les pensées de Paul)
19 Uhr, Ticket-Reservation

Jean-Baptiste Erreca, Frankreich 2015, 68’, E/F/e
Mit Paul Harfleets, Louisiane, Jimmy, Natalie, Arnold, Stéphane, Jean-Paul u.a.

Mit dem Kunstprojekt «Pansy» erinnert der schwule Künstler Paul Harfleet an Hate Crimes und macht Homophobie sichtbar.
Der französische Regisseur Jean-Baptiste Erreca begleitet mit seinem Dokumentarfilm Paul Harfleet quer durch Frankreich, wo er Opfer von homophoben Übergriffen besucht. Gemeinsam suchen sie die Orte des Geschehens auf und pflanzen dort Stiefmütterchen. Das unscheinbare Blümchen beinhaltet ein doppeltes Wortspiel: Zum einen hat sein französischer Name «pensées» auch die Bedeutung «Gedanken», «Gedenken» – zum anderen ist der englische Name «pansy» 1929 erstmals verbürgt in der Bedeutung «schwul, tuntig» und wurde in der Folge als Selbstbezeichnung von homosexuellen Männern verwendet.
Harfleets «Pansy Project» möchte mit einer kleinen, poetischen Geste gegen Homophobie und für mehr Respekt und Toleranz für die LGBT-Community werben. Seine Interventionen sollen die diskriminierenden Geschehnisse und Gewalttaten sichtbar machen und zur Diskussion anregen. Und: Die Blume soll das Opfer wieder mit dem Ort versöhnen.

Quand on a 17 ans, Pink Apple Coming Out Day

VORPREMIERE: Quand on a 17 ans
20:45 Uhr, Ticket-Reservation

André Téchiné, Frankreich 2016, 116’, F/d
Mit Sandrine Kiberlain, Kacey Mottet Klein, Corentin Fila

Ein leichtfüssiger Film übers Erwachsenwerden und die Turbulenzen rund ums erotische Erwachen.
Damien und Thomas gehen in dieselbe Klasse, aber können sich nicht ausstehen – und prügeln sich sogar. Damiens Mutter ist Ärztin und kümmert sich im Pyrenäen-Dorf auch um Thomas’ Familie, die auf einem abgelegenen Bauernhof wohnt. Als Thomas’ schulische Leistungen aufgrund der Arbeit auf dem Hof und dem langen Schulweg sinken, quartiert sie den Jungen kurzerhand bei sich ein. Vereint unter einem Dach, sind die beiden 17-jährigen gezwungen, miteinander auszukommen…
Altmeister André Téchiné («Les roseaux sauvages», «Les témoins») ist mit «Quand on a 17 ans» ein wunderschöner Coming-out-Film mit hervorragender Besetzung gelungen: Der Westschweizer Shootingstar Kacey Mottet Klein («Home», «L’enfant d’en haut») spielt an der Seite von Corentin Fila, der in seiner ersten Filmrolle zu sehen ist. Der Filmtitel spielt auf ein Gedicht von Arthur Rimbaud an: «On n’est pas sérieux, quand on a 17 ans». Die lesbische Filmemacherin Céline Sciamma («Tomboy») schrieb am Drehbuch mit.

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